Einstein privat & Einsteinbiographie

Albert Einstein

(*14.03.1879 †18.04.1955)

"Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig"

 

1. Einsteins Kindheit und Jugend

 

Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in der Ulmer Bahnhofstraße geboren. Er wuchs in einer nicht strenggläubigen deutsch-jüdischen Mittelstandsfamilie heran. Seine Eltern waren Herrmann und Pauline Einstein. Nach dem Umzug 1880 nach München eröffneten sein Vater und dessen Onkel Jakob, ein Ingenieur, eine Fabrik für elektrische Geräte (Elektrotechnische Fabrik J. Einstein & Cie).

1881 wurde Einsteins Schwester Maria, genannt Maja, geboren. Ob Albert selbst schon zu dieser Zeit an die Isar kam oder erst als Sechsjähriger 1885 ist unter Historikern umstritten. Gesichert ist dagegen, dass die Familie ein Gebäude im Hinterhof der Adlzreiterstraße 12 oder 14 bewohnte (heute Anwesen Lindwurmstraße 127 in München-Sendling).

Eine auffällige Hochbegabung war in seiner Kindheit  nicht abzusehen. So begann Albert erst im Alter von drei Jahren zu sprechen. In der Schule war er ein aufgeweckter, bisweilen gar aufmüpfiger Schüler. Seine Leistungen waren gut bis sehr gut, weniger in den Sprachen, herausragend jedoch in den Naturwissenschaften. Einstein las populärwissenschaftliche Bücher und verschaffte sich selbst einen Überblick über den Forschungsstand.

1884 begann er mit dem Violinspiel und erhielt Privatunterricht.

Von 1885 bis 1888 besucht Albert die katholische Volksschule. Obgleich seine Eltern Freidenker waren, erhielt er zu Hause jüdischen Religionsunterricht.

Von 1888 bis 1894 war Einstein Schüler am Luitpold-Gymnasium in München.

Die gemeinsame Firma von Vaters und Onkels war inzwischen bankrott gegangen, die Familie 1894 nach Mailand weitergezogen. Sechs Monate später verließ Albert, der zunächst in München geblieben war,  das Gymnasium ohne Abschluss und reiste seinen Eltern nach. Er gab seine deutsche Staatsbürgerschaft auf, um dem Armeedienst zu entgehen, blieb somit aufs Erste staatenlos und trat  aus der jüdischen Religionsgemeinschaft aus.

 

2. Der berufliche Werdegang Einsteins

 

2.1 Die Schweizer Zeit  (1895 - 1913)

Dem Wunsch seines Vaters, Elektrotechnik zu studieren, kam Einstein nicht nach. Stattdessen folgte er dem Hinweis eines Freundes der Familie und bewarb sich um einen Studienplatz am Zürcher Polytechnikum, der heutigen Eidgenössischen Technischen Hochschule. Da er kein Abiturzeugnis hatte, musste er im Sommer 1895 eine Aufnahmeprüfung ablegen, die er jedoch nicht bestand. Statt der notwendigen intensiven Vorbereitung hatte er Reisen durch Norditalien den Vorzug gegeben. So meisterte er zwar den naturwissenschaftlichen Teil mit Bravour, seine Allgemeinbildung ließ jedoch zu wünschen übrig. Auf Vermittlung des von ihm überzeugten Rektors und Physikers Heinrich Weber besuchte er im Folgejahr die liberal geführte Kantonsschule in Aarau und erwarb dort die Matura. Während dieser Zeit kam er bei der Familie Winteler unter, deren Sohn Paul 1910 seine Schwester Maja heiraten sollte.

Mit Beginn des akademischen Jahres 1896 nahm er sein Studium am Polytechnikum auf und wird auf eigenem Wunsch aus dem württembergischen und damit auch aus der preußischen Staatsangehörigkeit entlassen.

 

Über sein Studium schrieb er:

 

"Um ein guter Student zu sein, muss man eine Leichtigkeit der Auffassung haben; Willigkeit, seine Kräfte auf all das zu konzentrieren, was einem vorgetragen wird; Ordnungsliebe, um das in den Vorlesungen Dargebotene schriftlich aufzuzeichnen und dann gewissenhaft auszuarbeiten. All diese Eigenschaften fehlten mir gründlich, was ich mit Bedauern feststellte. So lernte ich allmählich, mit einem einigermaßen schlechten Gewissen in Frieden zu leben und mir das Studium so einzurichten, wie es meinem intellektuellen Magen und meinen Interessen entsprach. Einigen Vorlesungen folgte ich mit gespanntem Interesse, sonst aber schwänzte ich viel und studierte zu Haus die Meister der theoretischen Physik mit heiligem Eifer."

 

Einstein verließ die Hochschule 1900 mit einem Diplom als Fachlehrer für Mathematik und Physik. Seine Bewerbungen auf Assistentenstellen am Polytechnikum und anderen Universitäten waren jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Er unterrichtet zunächst als Hauslehrer in Winterthur, Schaffhausen und schließlich in Bern.

1901 erhielt er das Schweizer Bürgerrecht im Kanton Zürich. Seine erste wissenschaftliche Veröffentlichung erschien in den „Annalen der Physik“.

Anfang 1902 fand Einstein eine Anstellung am Eidgenössischen Patentamt in Bern.

 

  Während des Studiums hatte Einstein seine zukünftige Ehefrau, die drei Jahre ältere Serbin Mileva Maric kennen und lieben gelernt, die 1902 die gemeinsame Tochter Lieserl zu Welt brachte.

Erst nach dem Tod seines Vaters Anfang 1903 heirateten die beiden – gegen den Willen der Familien – am 6. Januar 1903 in Bern. Mit Mileva hatte er die Söhne Hans Albert (1904–1973) und Eduard (1910–1965). Erst 1987 wurde durch die Veröffentlichung privater Korrespondenz publik, dass dem schon im Januar 1902 die Geburt der unehelichen Tochter Lieserl vorausgegangen war, zu einem Zeitpunkt, als die Mutter bei ihren Eltern in Serbien weilte. Über Lieserls weiteres Schicksal wird lediglich gemutmaßt: Ihre bloße Existenz wurde von den Eltern zur Wahrung der Sittsamkeit verheimlicht. Wahrscheinlich litt das Kind unter dem Down-Syndrom. Auch ist es fraglich, ob Einstein sie jemals zu Gesicht bekam. Möglicherweise wurde sie zur Adoption freigegeben, andere Quellen sprechen von einem frühen Tod im Alter von 21 Monaten.

Außerdem schloss sich Einstein in diesem Jahr mit Conrad Habicht und Maurice Solovine zur „Akademie Olympia“ zusammen, einer „Denkergemeinschaft“, die sich zu wissenschaftlichen Leistungen gegenseitig anspornen wollte.

 

Von Oktober 1903 bis Mai 1905 wohnte Einstein in der Berner Kramgasse 49 – heute das Einstein-Haus Bern, ein Museum. In Bern entstanden fünf 1905  bahnbrechende Publikationen Einsteins.

Deshalb nennt man dieses Jahr auch Einsteins „Annus mirabilis“ (Wunderjahr).

Er brachte unter anderem eine Publikation über die „Lichtquanten-Hypothese" heraus. Für diese quantenphysikalische Erklärung des photoelektrischen Effekts erhielt Einstein 1922 den Nobelpreis – nicht für die Relativitätstheorie! (Rede Einsteins anlässlich der Verleihung des Nobelpreises Albert Einstein - Nobel Lecture vom 11.Juli 1923)   

Der photoelektrische Effekt behandelt das Freisetzen elektrisch geladener Teilchen aus einem Material, wenn jenes von einer elektromagnetischer Strahlung - etwa Licht - getroffen wird.

Einstein gelang es darin 1905 theoretisch nachzuweisen, dass eine Beschreibung des Lichts durch Lichtquanten (Photonen genannt), den Effekt gut erklären kann:

 

Trifft ein Photon auf eine metallene Oberfläche auf, so gibt es seine vollständige Energie an ein Metallelektron ab. Ist die Energie ausreichend zur Überwindung der Austrittsarbeit, so verlässt das Elektron die Metalloberfläche. Überschüssige Energie wird in kinetische Energie umgewandelt. Der photoelektrische Effekt gilt als eines der Schlüsselexperimente zur Begründung der Quantenphysik, da sich die Doppelnatur des Lichtes nachweisen ließ.

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Am 30. April 1905 reichte er seine Dissertation mit dem Titel "Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen" (Buchdruckerei K. J. Wyss, Bern, 1905, Umfang 17 Seiten, DIN A5) an der Universität Zürich bei den Professoren Kleiner und Burkhardt ein, wofür er am 15. Januar 1906 den Doktortitel in Physik erhielt. Einstein beschreibt darin eine theoretische Methode zur Bestimmung der Molekülgrößen und der Avogadrozahl.

Ebenfalls 1905 veröffentlichte Einstein das erste Mal seine "Spezielle Relativitätstheorie" in der Publikation über die Elektrodynamik bewegter Körper.

Die „Spezielle Relativitätstheorie“  handelt von Raum, Zeit und Bewegung. Seine Relativitätstheorie ist deshalb speziell, weil sie sich mit der besonderen Situation der unbeschleunigten Bewegung befasst, der Bewegung von Objekten, die weder ihre Geschwindigkeit noch ihre Richtung ändern. Einstein sagt, dass es keinen absoluten Raum oder Zeit gibt, sondern dass alles relativ ist in Bezug zu seinem Betrachter.

1907 entdeckte Einstein das Äquivalenzprinzip von Masse und Energie und in diesem Jahr wurde Einsteins Habilitation an der Berner Universität zunächst abgelehnt, erst im folgenden Jahr war er damit erfolgreich.

Albert Einstein erhielt 1908 sein erstes Kolleg als Privatdozent an der Universität Bern, woraufhin er 1909 als außerordentlicher Professor für Theoretische Physik an die Universität Zürich berufen wurde und aus dem Patentamt ausschied.

1910 wurde sein zweiter Sohn Eduard in Zürich geboren.

Im Jahre 1911 berechnete Einstein die Lichtablenkung im Gravitationsfeld der Sonne und erhielt daraufhin die Professor für Theoretische Physik an der Deutschen Universität in Prag.

 

 

2.2. Einsteins Arbeit an der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin (1914 - 1933)

 

Doch schon 1912 kehrte er nach Zürich zurück, wo er an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (wo er 1895 die Aufnahmeprüfung nicht bestanden hatte) forschte und lehrte.

Er wurde am Ende des Jahres 1913 in die Königliche Preußische Akademie  der Wissenschaften aufgenommen, eine der renommiertesten Forschungseinrichtungen der damaligen Zeit, und als Professor ohne Lehrverpflichtung an die Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin berufen.

 

Dorthin zog er 1914 mit seinen Söhnen und seiner Frau, die jedoch im Juni wegen privater Differenzen bald wieder nach Zürich zurückkehrten. Entgegen der allgemeinen Kriegsbegeisterung im Kaiserreich beim Ausbruch des 1.Weltkrieges 1914 unterzeichnet Einstein einen Aufruf gegen den Krieg, das „Manifest an die Europäer“, und trat in den pazifistischen „Bund Neues Vaterland“ ein, während sich viele anerkannte deutsche Forscher wie auch der Physiker Max Planck zur Unterzeichnung der Schrift „ An die Kulturwelt“ hinreißen ließen.

Trotz des Krieges gelang es Einstein, der von allen Lehrtätigkeiten an der Universität befreit war,  in Berlin Zeit und Ruhe zu finden um sein großes Werk, über die Allgemeine Relativitätstheorie zu Ende zu bringen. Er präsentierte die Schrift Anfang 1916. Im selben Jahr veröffentlichte er eine Arbeit über den Einstein-de-Haas-Effekt.

1917 erschien sein erster Artikel über Kosmologie und Einstein wurde zum Direktor des Kaiser-Wilhelm-Institutes für Physik in Berlin ernannt.

Zwischen 1917 und 1920 pflegte seine Cousine Elsa Löwenthal (geb. Einstein; 1876-1936) den kränkelnden Einstein; es entwickelte sich eine romantische Beziehung. Angesichts dessen ließ sich Einstein Anfang 1919 von Mileva scheiden, wenig später erfolgte die Heirat mit Elsa. Sie brachte zwei Töchter mit in die Ehe.

Stellte auch das Scheitern der Ehe mit Mileva einen privaten Tiefschlag dar, in wissenschaftlicher Hinsicht war das Jahr 1919 äußerst erfolgreich für Albert Einstein. Die Royal Society und die Royal Astronomical Society in London gaben offiziell bekannt: Fotos, die während einer Sonnenfinsternis am 29.Mai  nahe der Isle of Principe im Golf von Guinea  aufgenommen werden konnten, bestätigen Einsteins Berechungen zur Lichtablenkung aus dem Jahr 1911. 

Die Schlagzeilen in der „Times“ und in der „New York Times“ machten Einstein über Nacht berühmt. Die plötzliche Popularität sorgte fortan dafür, dass sich Einsteins Vorträge größter Beliebtheit erfreuten. Jeder wollte den berühmten Wissenschaftler in persona erleben.

Jedoch existierte auch ein Lager erbitterter Gegner Einsteins unter der Führung des deutschen Physikers  Philipp Lenard. Eine Veranstaltung der „Arbeitsgemeinschaft deutscher Naturforscher zur Erhaltung reiner Wissenschaft e.V.“ in der Berliner Philharmonie war der Auftakt zu überwiegend antisemitisch motivierten Angriffen auf die Relativitätstheorie im Jahre 1920, durch welche die Vertreter der „deutschen Physik“ sich gegen die „jüdische Physik“ abgrenzten.

In den Jahren 1920–1924 entstand auf Initiative von Erwin Freundlich, einem langjährigen Mitstreiter, der Einstein-Turm in Potsdam. Er diente seither astronomischen Beobachtungen, nicht zuletzt zu dem Zwecke, Einsteins Theorien einer weiteren Überprüfung zu unterziehen.

Die Popularität schuf für Albert Einstein auch die Möglichkeit viele unterschiedliche Persönlichkeiten und Gesellschaft, Wissenschaft und Politik kennen zu lernen .Angeregt von Karl Blumenfeld begann Einstein, sich für den Zionismus zu interessieren. 1921 reiste Einstein mit Chaim Weizmann , der 1920 Präsident des zionistischen Weltkongresses geworden war, zum ersten Mal in die Vereinigten Staaten, wo er Spenden für die zu gründende Hebräische Universität Jerusalem sammelte und an der Universität Princeton Vorlesungen über die Relativitätstheorie hielt. 

Außerdem wurde ihm 1921 der Nobelpreis für Physik für seine Arbeiten zur Erklärung des Photoeffekts ("for his services to Theoretical Physics, and especially for his discovery of the law of the photoelectric effect")zugestanden, die Verleihung fand jedoch erst 1922 statt. Das Preisgeld musste er seiner geschiedenen Frau Mileva und seinen Söhnen zukommen lassen.

Im Jahre 1922 legte Einstein seine erste Arbeit über die einheitliche Feldtheorie vor. Sein Besuch in Paris trug, vier Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, zur Normalisierung der deutsch-französischen Beziehungen bei. Einstein wurde Mitglied des „Komitees für geistige Zusammenarbeit“ im Völkerbund. Eine mehrmonatige Reise brachte ihn nach Japan und China, wo er akademische und populäre Vorträge hielt.

Von Japan kommend besuchte Einstein 1923 Palästina. Er hielt einen Vortrag, die erste Vorlesung am zukünftigen Standort der Hebräischen Universität Jerusalem und wurde zum ersten Ehrenbürger von Tel Aviv ernannt. Über Spanien kehrte er nach Berlin zurück. Im Juni reiste er zu seinem Nobelpreis-Vortrag nach Göteborg, Schweden. Die erste Sammlung wissenschaftlicher Aufsätze der Hebräischen Universität erschien, Einstein war der Herausgeber.

1925 reiste der Physiker nach Südamerika und hielt Vorträge in Argentinien, Brasilien und Uruguay. Auch wurde er Mitglied im Kuratorium und im Akademischen Rat der Hebräischen Universität Jerusalem.

1927 trat Einstein in eine intensive Auseinandersetzung mit Niels Bohr über die Grundlagen der Quantenmechanik.

Infolge körperlicher Überanstrengung zog Einstein sich 1928 eine
Herzerkrankung zu, deren Genesungsprozess fast ein Jahr dauerte.

1929, nach seinem 50. Geburtstag, ließ er sich in der Gemeinde Caputh bei Potsdam ein Sommerhaus vom Architekten Konrad Wachsmann erbauen.  

Ein wenig in Vergessenheit geraten ist Einsteins Talent als Erfinder. So wurde ihm im Jahr 1930 das Patent für eine Kältemaschine, ein Kühlschrank neuen Prinzips, zugesprochen.

 

 

 

2.3. Einstein in den USA – sein Wirken in Princeton

 

In den Jahren 1930 bis 1932 hielt sich Einstein während der Wintersemester vor allem am California Institute of Technology in Pasadena, im Sommer in seinem Landhaus in Caputh bei Potsdam auf.

Er tauschte 1932 mit Siegmund Freud Gedanken über die Ursachen von Kriegen aus und wurde als Professor ohne Lehrverpflichtung an das Institute for Advanced Study, Princeton, berufen und plante, die Hälfte des Jahres dort, die andere Hälfte in Berlin zu verbringen. Als Einstein und seine Frau jedoch im Dezember 1932 Caputh verließen, um zu einer dritten Vortragsreise in die USA zu fahren, hatten sich die politischen Verhältnisse in Deutschland stark verändert. Bei den Wahlen 1932 etablierten sich die Nationalsozialisten als stärkste politische Partei, und im Januar 1933 kam es zur nationalsozialistischen Machtergreifung. Bedingt durch die politischen Machtverhältnisse und die damit verbundenen Geschehnisse im Nazi-Deutschland nach 1933 hat er danach nie wieder deutschen Boden betreten.

Im März 1933 erklärte Einstein seinen Austritt aus der Preußischen Akademie der Wissenschaften und brach alle Kontakte zu deutschen Institutionen ab, mit denen er jemals zu tun hatte. Er gab seine deutsche Staatsbürgerschaft auf, die ihm als preußischem Beamten und Mitglied der Preußischen Akademie 1913 automatisch zuteil geworden war (der Nobelpreis wurde dem „Preußen“ Einstein verliehen).

Eine Sammlung seiner nicht-wissenschaftlichen Aufsätze unter dem Titel „Mein Weltbild“ erschien 1934. Große Teile dieser Schriften liegen in digitalisierter Form vor (Einstein Archives Online - Digitized Manuscripts).

 

1935 wurde das Einstein-Podolsky-Rosen-Paradoxon veröffentlicht („Wurmlochtheorie“)

Vom August 1935 bis zu seinem Tod lebte Einstein in der Mercer Street 112 in Princeton. Die Stadt bildete damals einen Mikrokosmos der modernen Forschung. Einstein befasste sich bald mit der Suche nach der Einheitlichen Feldtheorie, welche seine Feldtheorie der Gravitation (die Allgemeine Relativitätstheorie) mit der des Elektromagnetismus vereinigen würde. Bis zu seinem Tode mühte er sich vergeblich, die so genannte Weltformel zu finden. Bis heute war dieses Glück noch keinem Forscher vergönnt. 1938 publizierte Einstein zusammen mit Leopold Infeld „Die Physik als Abenteuer der Erkenntnis“.

 

.Im Jahr 1936 war Einsteins Ehefrau Elsa gestorben. 1939 zog seine Schwester Maja zu ihm in die Mercer Street, jedoch ohne ihren Mann Paul, weil dieser keine Einreisegenehmigung erhalten hatte. Maja lebte dort bis zu ihrem Tod im Jahre 1951 in Princton.

 

Seit 1939 wütete in Europa der 2. Weltkrieg.

Aus Angst davor, dass in Deutschland an der Entwicklung einer Atombombe gearbeitet würde, unterzeichnete Einstein am 2. August 1939 einen Brief an den amerikanischen Präsidenten F.D. Roosevelt, um ihn auf die Möglichkeit einer atomaren Gefahr hinzuweisen. In dem Brief wies er den Präsidenten auf die militärische Bedeutung der Atomenergie hin und schlug diesem vor, dass die USA ihre kerntechnischen Forschungen forcieren sollten. Dies war die einzige direkte Beteiligung Einsteins im Zusammenhang mit der Atombombe.

1941 wurde das „Manhattan Project“ zur Entwicklung der Atombombe ins Leben gerufen. Einstein war nicht beteiligt, da er nicht zuletzt wegen seiner pazifistischen Einstellung und der Befürwortung sozialistischen Ideenguts als Sicherheitsrisiko gilt. Dies ist umso bemerkenswerter, da Albert Einstein 1940 amerikanischer Staatsbürger geworden war (aber sein Schweizer Bürgerrecht behielt er).

1943 zog die US-Navy Einstein als Berater in der Abteilung für Forschung und Entwicklung (Forschungsgruppe Munition und Sprengstoffe) heran.

 

Unter dem Eindruck der verheerenden Folgen der Atombombenabwürfe wurde Einstein 1946 Vorsitzender des Emergency Commitee of Atomic Scientists, dessen Ziele Rüstungskontrolle und die Förderung der friedlichen Nutzung von Kernenergie einsetzt. Öffentlich trat er nun und in den nächsten Jahren immer wieder für eine Weltregierung ein, deren Hauptziel die Friedenssicherung und friedliche Koexistenz der Völker sein sollte.

 

Im August 1948 starb Einsteins erste Frau Mileva Maric in Zürich, er selbst musste sich im Dezember des gleichen Jahres einer Unterleibsoperation unterziehen.

1949 erschien Einsteins 1946 entstandene Schrift „Autobiographisches“.

Das Bändchen „Out of My Later Years“ vereinigte Einsteins nichtwissenschaftliche Aufsätze und Reden der vorangegangenen 20 Jahre im Jahre 1950.

 

1952 wurde Einstein nach Chaim Weizmanns Tod die Präsidentschaft des Staates Israel angetragen.

1953 sprach Einstein sich öffentlich für zivilen Ungehorsam gegenüber dem Senatsausschuss für „unamerikanische Umtriebe“ aus.

Die letzten eineinhalb Jahre seines Lebens verbrachte Einstein mit der Bibliothekarin Johanna Fantova, deren Tagebuch, entdeckt im Jahre 2004, Aufschluss über einige Details gab. Er verglich sich demnach mit „einem alten Auto, das voller mechanischer Probleme ist“. Trotz seiner Gebrechen fand er auch noch kurz vor seinem Tod die nötige Kraft, um für seine Vision vom Weltfrieden einzutreten. So unterzeichnete er 1955 zusammen mit zehn weiteren namhaften Wissenschaftlern das so genannte Russell-Einstein-Manifest zur Sensibilisierung der Menschen für die Abrüstung.

  Einstein starb am 18. April 1955 im Alter von 76 Jahren in Princeton an inneren Blutungen, die durch das Platzen eines Aneurysmas im Bereich der Aorta verursacht wurden. Pikanterweise entnahm der Pathologe Dr. Thomas Harvey bei der Obduktion das Gehirn Albert Einsteins, um es für weitere Untersuchungen seiner womöglich einzigartigen Struktur der Nachwelt zu erhalten. Auf seinen Wunsch wurde die Leiche noch am selben Tag eingeäschert und die Asche an einem unbekannten Ort verstreut. Damit hatte die Wissenschaft einen ihrer größten Denker und die Welt einen Kämpfer für
Frieden und Freiheit verloren.

 

 

 

 3.Die Familie von Albert Einstein

 

 


Am 8. August 1876 heiratete er die erst 18jährige Pauline Koch (1858-1920) in Cannstatt, Württemberg. Nach der Hochzeit wohnte das junge Paar in Ulm, wo Hermann

Teilhaber an der Bettfedernhandlung seiner Vettern Moses und Hermann Levi wurde. In Ulm kam am 14. März 1879 ihr Sohn Albert (1879-1955) zur Welt. Auf Initiative von Hermanns Bruder Jakob zog die Familie im Sommer 1880 nach München, wo die beiden Brüder gemeinsam eine Elektrotechnische Firma gründeten. Hermann war der Kaufmann und Jakob der Techniker in der Firma. In München wurde am 18. November 1881 das zweite Kind von Hermann und Pauline, die Tochter Maria - genannt Maja - (1881-1951), geboren.

1894 verlegten die Brüder ihre Firma nach Pavia, Italien. Hermann, Pauline und Maja siedelten im selben Jahr zuerst nach Mailand und ein Jahr später ebenfalls nach Pavia über. Albert blieb bei Verwandten in München, um dort seine Schulausbildung zu beenden.

Auf Grund der schlechten Geschäftslage mussten Hermann und Jakob 1896 ihre Fabrik aufgeben. Obwohl die Familie Hermanns den größten Teil ihres Geldes verloren hatte, gründete er, ohne seinen Bruder, erneut eine Elektrotechnische Firma in Mailand. Finanziell unterstützt wurde er hierbei von seiner Verwandtschaft. Obwohl dieses Mal die Geschäfte besser gingen, machte sich Hermann ständig "Sorgen wegen des leidigen Geldes". Diese Sorgen gingen nicht spurlos an ihm vorbei. Seine Gesundheit hatte dadurch in den letzten Jahren stark gelitten. Er starb am 10. Oktober 1902 im Alter von 55 Jahren in Mailand an einem Herzleiden.

Mutter Pauline Einstein


Pauline Einstein wurde am 8. Februar 1858 in Cannstatt, Württemberg geboren und starb am 20. Februar 1920 in Berlin.

Pauline Einstein, geborene Koch, die Mutter des großen Physikers Albert Einstein, wurde am 8. Februar 1858 in Cannstatt, Württemberg, geboren. Sie war jüdischen Glaubens und hatte eine ältere Schwester, Fanny, und zwei ältere Brüder, Jacob und Caesar. Ihre Eltern waren Julius Derzbacher (1816-1895), der 1842 den Familiennamen Koch angenommen hatte und Jette Bernheimer (1825-1886). Die beiden hatten 1847 geheiratet. Paulines Vater stammte aus Jebernhausen und kam aus einfachen Verhältnissen. Später in Cannstatt lebend, gelang es ihm gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich durch Getreidehandel ein ansehnliches Vermögen zu erwerben und sie wurden sogar "Königlich-Württembergische Hoflieferanten". Die Mutter kam aus Cannstatt und war von stiller und fürsorglicher Natur. Am 8. August 1876 heiratete die erst 18jährige Pauline den in Ulm lebenden Kaufmann Hermann Einstein (1847-1902) in Cannstatt. Nach der Hochzeit wohnte das junge Paar in Ulm, wo Hermann Einstein Teilhaber an einer Bettfedernhandlung wurde.

Pauline Einstein war eine gebildete, ruhige, zum Künstlerischen neigende Frau. Wenn es ihre Haushaltspflichten erlaubten, war sie eine eifrige und gute Klavierspielerin. Sie sorgte dafür, dass ihr Sohn Albert schon als fünfjähriger mit dem Violinunterricht begann. Charakteristisch an Pauline
war ihre ausdauernde Geduld. 1894 wurde die Fabrik von Hermann und Jakob nach Pavia, Italien, verlegt. Hermann, Pauline und Maja siedelten im selben Jahr zuerst nach Mailand und ein Jahr später ebenfalls nach Pavia über. Albert blieb bei Verwandten in München, um dort seine Schulausbildung zu beenden. Die Trennung von ihrem Sohn ist Pauline sicher schwer gefallen.

Von 1903 an lebte Pauline bei ihrer Schwester Fanny und deren Ehemann Rudolf Einstein in Hechingen, Württemberg, als ihr Mann Herrmann starb. Deren Tochter Elsa wurde 1919 die zweite Frau von Albert Einstein. Albert hatte in der Zwischenzeit gegen den Willen der Eltern geheiratet und lebte in der Schweiz. Maja, noch unverheiratet, studierte Romanistik.

1910 zog Pauline mit ihrer Schwester Fanny und deren Familie nach Berlin. 1911 nahm sie eine Stelle als Haushälterin in Heilbronn, Württemberg, an. Ab 1914 lebte sie bei ihrem Bruder Jacob Koch und dessen Familie in Zürich. Während des Ersten Weltkrieges erkrankte Pauline an Krebs. 1918, bei einem Besuch bei ihrer Tochter Maja und deren Ehemann Paul Winteler in Luzern, wurde Pauline wegen ihres Krebsleidens in das dortige Sanatorium Rosenau eingewiesen. Ende 1919 holte Albert seine todkranke Mutter aus dem Sanatorium in Luzern zu sich und seiner zweiten Frau Elsa nach Berlin, in der Haberlandstraße 5, wo sie einige Monate später, am 20. Februar 1920 starb.


3.2 Einsteins Frauen



"Die Ehe ist der erfolglose Versuch, einen Zufall zu etwas Dauerhaftem zu
machen".

3.3.  Einsteins Kinder

"Hätte ich jemals gewusst, in welchem Zustand er sein würde, er wäre niemals auf diese Welt gekommen." (über seinen Sohn Eduard)

 

 

 

Quellenverzeichnis:

 

2005, 11FE des Albert-Einstein-Gymnasium Völklingen, von Laura Pack, Rebecca Schampel, Thorsten Hümbert